Schön, dass Du da bist. Auch wenn wir uns möglicherweise noch nie begegnet sind, finde ich es wunderbar, dass es Dich gibt. Weil Du wichtig bist. Weil Du einzigartig bist. Und hey, ja, ich meine wirklich Dich.

Vielleicht hast Du manchmal das Gefühl, dass Du nirgendwo hin passt. Möglicherweise glaubst Du sogar, dass die Anderen alles richtig machen und Du wieder mal total daneben bist. Doch das stimmt nicht. Im Leben gibt es kein richtig und falsch sondern Entscheidungen und Möglichkeiten. Je nachdem, was Du bisher erlebt hast, ist für Dich etwas sehr passend und die Mehrheit lehnt dies ab. Na und?

Das Geschäft mit der Angst
Auch in der Politik scheint es oft so zu sein, dass die Mehrheit Recht hat. Doch man kann sich auch für Dummheit entscheiden. Für Ignoranz. Und natürlich: für die Angst. Mit ihr als Partnerin kann man politisch extrem viele Siege feiern. Angst vor Armut. Angst vor Fremden. Angst vor Frauen mit Kopftüchern. Angst vor erneuerbaren Energien. Angst vor Veränderung. Angst vor einem Miteinander. Und vor allem Angst vor Gemeinsamkeit und einer tiefen Verbundenheit.

Für viele Menschen ist es einfacher, gegen etwas zu sein, als sich für etwas einzusetzen. Leider. Man hasst beispielsweise Ausländer, weil sie anders sind. Man lehnt Flüchtlinge ab, weil dies normal ist, „weil Viele so denken.“ Man besitzt nicht die Intelligenz, das, was uns viele Politiker vormachen und versprechen, zu hinterfragen. Natürlich fehlt auch die Courage, über seinen eigenen Schatten zu springen und mit fremden Menschen in Kontakt zu treten. Auch hier geht es um eine fehlende Verbindung, sich nicht auf etwas Neues einlassen können.

Bequemlichkeit und Sicherheit sind zwar ein Gespann, das sich oberflächlich gut anfühlt. Doch Zufriedenheit und innere Fülle resultieren daraus eher nicht. Generell sind wir Schweizer ja leider nicht das glücklichste Volk auf Erden. Wie sonst kann es sein, dass sich letztes Jahr 33 Menschen aus dem Kanton Schwyz für Suizid entschieden. 33 sagten Ja zum Tod. Freiwillig.

Du denkst vielleicht, das habe nichts mit Politik zu tun. Das stimmt aber nur ungefähr. Denn ist nicht alles im Leben irgendwie Politik? Oder besser: Illusion. Wie willst Du wissen, welche Realität real ist, wenn wir alle eine andere leben? Welche Realitäten oder Wahrheiten waren für diese 33 verstorbenen Menschen echt? Jeder und Jede von ihnen würde eine andere Geschichte erzählen. Hat man ihnen zugehört?

Ich frage mich: Hätten all diese Menschen voneinander gewusst, bevor sie gingen, hätte ihnen das geholfen? Sie vielleicht geistig und emotional verbunden? Das Wissen, dass sie mit ihren Konflikten, mit ihrer Krankheit, Verzweiflung und Hilflosigkeit nicht alleine sind? Und: Was können wir tun, damit sich 2017 noch mehr Menschen für das Leben entscheiden?

Natürlich gibt es immer wieder Situationen, die anspruchsvoll und schwierig sind. Manchmal ereilen uns tragische Schicksale, die uns mit voller Wucht überrumpeln. Wir sind wie gelähmt. Wir landen in einer Sackgasse und finden keinen Ausweg. Oder wir fühlen nichts mehr und alles erscheint sinnlos. Wir möchten aufgeben.

Doch es gibt Hoffnung, Trost und Verbundenheit. Mich beeindruckt immer wieder, wie wenig Menschen in Krisen brauchen. Zuhören. Menschen wollen gehört und verstanden werden. Eine Umarmung kann helfen. Und wir alle können anderen Menschen vermitteln: Hey, ja, das Leben kann richtig scheisse sein. Punkt. Du darfst wütend, traurig und verletzt sein. Du darfst alles hinterfragen. Hadern. Doch der Moment wird kommen, wo Du wieder auf Deine Beine kommst und Dich Deine Füsse tragen werden. Du wirst neue Schritte machen können. Ich bin da, wenn Du bereit zum Aufstehen bist.

Kürzlich sagte ein weiser Mann zu mir: „Das Leben kann sehr gefährlich sein. Die Tatsache, dass wir beide noch da sind, zeigt vor allem, dass wir gebraucht werden. Wir hätten schon Hunderte verschiedene Tode sterben können. Und doch sind wir da, um andere Menschen zu inspirieren, um unseren Beitrag für die Welt zu leisten.“

Ich fand das eine coole Perspektive. Im Sinne von: Wir alle sind Helden. Fühl‘ mal, wie stark Du bist. Catwoman, hol‘ Dein sexy Kostüm aus dem Schrank! Gandalf, bring mir Deinen Zauberstab. Jon Snow, sei der Ritter an meiner Seite! Ruft die Drachen herbei!Lasst uns fliegen! Spürst Du, wie witzig es ist, ein bisschen zu spielen?

Welche Fähigkeiten hast Du mit auf die Erde gebracht?
Vielleicht kannst auch Du aus einer vermeintlichen Schwäche eine Stärke machen. Bei mir war das so. Je älter ich werde, desto stiller bin ich. Zuerst kämpfte ich dagegen an. Schon als Journalistin war ich bei Gesprächen sehr zurückhaltend. Vor allem aus dem Grund, weil ich spürte, dass mein Gegenüber dadurch von mir viel Wertschätzung bekommt. Und in der Regel wirkt das vertrauenswürdig. So hatten wir eine gute, ehrliche Basis. Was zentral war, um einen spannenden Text mit einer Botschaft zu schreiben.

Inzwischen weiss ich: still und introvertiert zu sein, ist eine Fähigkeit, die in unserer lauten Welt geschätzt und gebraucht wird. Heute verdiene ich mein Geld damit, anderen Menschen zuzuhören. Statt anschliessend einen Text zu schreiben, benutze ich die hypnotische Sprache. Das macht tierisch Spass! Wenn ich etwa die Geschichte von der Schneeflocke erzähle, die an einer Bar sitzt und einen Cuba Libre bestellt, habe ich in der Regel die volle Aufmerksamkeit. Was glaubst Du, wird passieren, wenn die weisse Flocke ein dunkles Getränk trinkt?

Wie ergeht es Dir? Weisst Du, dass Du so, wie Du bist, echt super bist? Hast Du Lust, mir eine Nachricht zu schicken? Ich höre Dir zu. Ich lese Deine Zeilen. Weil Du es mir wert bist.